"Die vergessene Kaiserin"
Richenza von Northeim zwischen Familie und Reichspolitik

31. Dezember 2019, 15:00 Uhr

 

Silvestervortrag
Prof. Dr.h.c. Gerd Biegel,

Gründungsdirektor des Instituts für Braunschweigische Regionalgeschichte und Geschichtsvermittlung, TU Braunschweig

 

 


Wer als diese Frau wäre besser geeignet, um auf die Bedeutung von Königslutter in der Geschichte des Mittelalters hinzuweisen, denn mehr noch als ihren Ehemann, den Süpplingenburger und späteren Kaiser Lothar III., müssen wir Richenza als zentrale Persönlichkeit im Machtspiel und Machtgefüge Sachsens und des Reiches um die Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert bewerten. Meines Erachtens, so sagt Prof. Biegel, ist sie neben Mathilde von England die bedeutendste Frau unserer Region überhaupt und für Königslutter gebührt ihr als Frau der Erste Platz in der Geschichte.


Nach ihrer Heirat mit Lothar von Süpplingenburg sah Richenza ihre gesellschaftliche und politische Rolle nicht in beschaulich-höfisch-unterwürfiger Zurückgezogenheit oder gar in liebevoller Unterwürfigkeit des Weibes, sondern als aktiv bestimmender Herrschaftspersönlichkeit. Dies wird sowohl nach der Einsetzung Lothars als Herzog von Sachsen 1106 deutlich als insbesondere nachdem Lothar 1125 zum deutschen König gewählt und an dessen Seite sie 1133 auch zur Kaiserin gekrönt wurde. Sie galt und wirkte als aktive Mitherrscherin. Immer wieder berichten die Annalen von dem Bemühen der Großen des Reiches, Richenza als Fürsprecherin bei Lothar zu gewinnen und sie vertrat ihren Mann, den Kaiser, auch aktiv handelnd während dessen zweiten Italienzug 1136/37.


Richenza erwies sich auf jeden Fall der Kaiserkrone, die sie zu Lebzeiten trug und es ist unbedingt notwendig, ihrer Erinnerung in unserer regionalen Geschichte aber auch in der Geschichtswissenschaft insgesamt eine größere Wirkungsmacht einzuräumen. Dazu soll der diesjährige Silvestervortrag von Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel vom Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte der TU Braunschweig einen nachhaltigen Auftakt schaffen, wie stets informativ, spannend und unterhaltsam.

Eintritt frei!

 

Anschließend um 17 Uhr:

Gottesdienst zum Jahresabschluss

 

zurück zur Übersicht