Ausstattung

Im Zusammenhang mit der Neuausmalung des Innenraums nach einem Konzept von August Essenwein wurde Ende des 19. Jahrhunderts auch die Ausstattung erneuert und ergänzt. Dazu gehören der (im Jahr 2008 rekonstruierte) Schmuckfußboden im Ostbau, die Altäre, das Standkreuz, die Kanzel, die Türen, Bänke, Pendelleuchten, Liedzeiger, sämtliche Fensterverglasungen sowie die Orgel. Insgesamt stellen die Ausmalung und die Ausstattung des Kaiserdoms ein herausragendes und in dieser Vollständigkeit einmaliges Gesamtkunstwerk des Historismus dar. 

 

 

 

 

Furtwängler&Hammer-Orgel

Die große Orgel auf der Empore gilt als herausragendes Klangdenkmal und zählt zu den bedeutendsten romantischen Orgeln. Gebaut wurde sie 1892 von der Firma Furtwängler&Hammer, einer in Hannover ansässigen Werkstatt, die die Geschichte des Orgelbaus in Norddeutschland lange Zeit wesentlich mit bestimmt hat. Durch viele grundtönige und streichende Register lässt sich ein sinfonischer Klang verwirklichen, der, ähnlich dem Orchester, im Volumen kontinuierlich ansteigt, ohne die Klangfarbe wesentlich zu verändern.


Die 2008 bis 2010 durchgeführte Restaurierung durch die Firma Freiburger Orgelbau, Hartwig und Tilmann Späth hat das Instrument in seinen ursprünglichen Zustand zurückgeführt, nachdem es in den 1980er Jahren besonders in der Verbindung zwischen Tasten und Pfeifen verändert worden war.

 

Die große Domorgel während des Wiedereinbaus nach der Restaurierung

(Januar 2010)

 

 

Disposition


Manual (Hauptwerk) C–f’’’

  1. Prinzipal 16’ 
  2. Bourdon 16’ 
  3. Principal 8’ 
  4. Gambe 8’ 
  5. Hohlflöte 8’ 
  6. Groß Gedeckt 8´ 
  7. Octave 4’ 
  8. Gemshorn 4’ *
  9. Gedeckt Flöte  4’ 
10. Quinte 2 2/3’ 
11. Octave 2’ 
12. Cornet 3-4-f. 
13. Mixtur 3-4-fach   
14. Trompete 8’ 


 

II. Manual (Seitenwerk) C-f’’’

15. Quintatön 16’ 
16. Principal 8’ 
17. Doppelflöte 8’ 
18. Fugara  8´ *
19. Rohrflöte 4’ 
20. Gemshorn  8´ *
21. Viola 4´ *
22. Harmonieflöte  2´ 
23. Nazard 2 2/3’ 
24. Progressiv harmonika 2-4-fach
25. Clarinette 8’ Tremulant (Evakuant) *


 

III. Manual (Echowerk) 54 Töne C-f’’’

26. Aeoline  16’  
27. Geigenprinzipal  8’ 
28. Salicional(Schwebung) 8’ 
29. Flöte Travers  8’  
30. Aeoline 8’ 
31. Liebl. Gedeckt 8’ 
32. Zartflöte  4’ *
33. Violine  4’ 
34. Oboe  8’ *


 

Pedal - 27 Töne  C-d’

35. Prinzipalbass  16’ 
36. Violon 16’ 
37. Subbaß 16’ 
38. Quintbaß 10 2/3’ 
39. Octavbaß 8’ 
40. Flötenbaß 8’ 
41. Oktave 4’ 
42. Cello 8’ 
43. Posaunbass 16’ 
44. Trompete  8´ *


 

Koppeln:
M I - M II,  M II - M III,  M I - Ped.
Setzteranlage mit Sequenzer
Feste Kombinationen:
p, pp, mf, forte, tutti, Fortepedal, Pianopedal


Die mit einem * gekennzeichneten Register waren umgestellt oder verändert und wurden auf den ursprünglichen Standort ergänzt zurückgeführt.
Die Register 4, 26 und 28 waren nur auf der Lade vorbereitet und konnten nach originalen Unterlagen eingebaut werden.

 

 

 

Literaturhinweis:

 

Rüdiger Wilhelm: Die Geschichte der Orgeln der Stiftkirche in Königslutter. In: Tobias Henkel (Hg.):  Dem Mittelalter in die Augen geschaut. Der Kaiserdom zu Königslutter – Geschichte, Architektur, Bauskulptur, Malereien. Braunschweig 2010, S.164-173.

 

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